TOO STRONG - DREAMACHINE LP 2005 (Pure Doze Funky Chris Mirko Machine) NEUWERTIG
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Description
Hier preiswert eine ungespielte neuwertige LP siehe Fotos Original verpackt.
Aus 2005
TOO STRONG - DREAMACHINE LP 2005 (Pure Doze Funky Chris Mirko Machine) NEUWERTIG
4250178400812
Daten dazu
Wer hätte daran noch geglaubt? Nachdem sich Too Strong schon während der Produktionsphase ihres letzten Albums „Royal TS“ 2001 trennten, war für viele an eine Reunion nicht zu denken. In den letzten vier Jahren arbeiteten Doze und Chris in ihrem Strong Island Studio mit diversen Künstlern, auch abseits der HipHop Musik, zusammen. Der Lange machte mit der 12“ „You Can´t Keep It Back“ noch mal auf sich aufmerksam und widmete sich hauptsächlich seiner Graffiti-Leidenschaft. Doch jetzt ist es wieder an der Zeit für musikalische Wholecars.
Die „Dreamachine“ ist gelandet und beschert uns 17 Tracks plus Intro und Skits. Die Beats wurden in alter Manier von den beiden „Evergreenz“ Doze und Funky Chris im Strong Island Studio in Dortmund produziert, aufgenommen und gemastert.
„Purer Rap“ steht auf der Tracklist ganz oben, und genau das wird hier geboten. Ein guter Auftakt, der Too Strong´s Comeback einläutet. Der Track „Der Mann An Meiner Seite“ ist eines meiner Highlights auf der Platte. Über einem Beat mit sehr cooler Bass-Line berichten die beiden Mc´s über die Trennung und Zusammenhalt in 16 Jahren Band-Geschichte. Auf „Syndrom“ und dem Solo-Track von Dem Langen „Schmerzen“ verarbeiten die Silos ihre Zeit ohne Too Strong. Besonders der letztere Song ist einer der persönlichsten, die ich in letzter Zeit gehört habe. Der Lange erzählt über einem sehr nachdenklichen Beat von dem Vorfall, als er niedergestochen und lebensgefährlich verletzt wurde. „Return Of The Real Deal“ ist die Fortsetzung der Writer-Hymne vom Solo-Album des Langen. Wie auch beim Vorgänger wurde wieder Mirko Machine mit ins Boot geholt, der auch diesmal wieder mit nicen Cuts den Song abrundet. Ein würdiger Nachfolger! Es folgen Storytelling-Tracks wie „Fortsetzung Folgt“, typische Representer wie „Präzise Perfektion“ und der schon im Vorfeld im Internet zu hörende Track „Insekten“, welcher sich an einen bestimmten Maskenmann richtet. Weiter sind die beiden „Unterwegs Im Namen Gottes“ und berichten über die Musik als „Liebe Meines Lebens“, um uns dann am Ende auf eine „Zeitreise“ mitzunehmen. Einige Tracks, wie „Bushfeuer“ oder „Unterwegs Im Namen Gottes“ können mich musikalisch trotz Inhaltsfülle nicht überzeugen, da mir die Beats zu eintönig klingen. Das ist jedoch auch schon der einzige Kritikpunkt bei der Platte, denn „Dreamachine“ ist definitiv eines der besten Alben von Too Strong geworden.
Beim Hören der Platte fällt mir auf, dass es endlich mal wieder ein deutsches Album ist, welches jede Menge Abwechslung bietet. Es wird nicht nur eine Schiene gefahren, sondern eine Vielfalt von Rap-Genres wie Battle, persönlichen Tracks, Storytelling und typischen Representern dargeboten.
„Die Jungs, die ihr Herz auf der Zunge tragen“, sagen die Dortmunder selber und um genau das geht es hier. Es handelt sich um ein ehrliches Album frei von Attitüden und Versuchen, Trends hinterherzulaufen. Diese Ehrlichkeit sich und den Fans gegenüber machte Too Strong in den letzten 16 Jahren aus und ich hoffe, dass es so weiter geht. Wer mit dem Style und den Platten aus der Vergangenheit nicht viel anfangen konnte, wird bei der „Dreamachine“ schwer Zugang finden. Für alle Silos und Fans ein Muss!
Deutscher Hip-Hop
Dieser Artikel bezieht sich auf die Hip-Hop-Musik. Zu der gleichnamigen Subkultur (Graffiti, B-Boying, Mcing, Djing) siehe Hip-Hop (Subkultur)
Als Deutscher Hip-Hop – auch Deutschrap genannt – wird Hip-Hop-Musik bezeichnet, die in Deutschland produziert bzw. fertiggestellt wird. Nicht immer sind seine Protagonisten aus Deutschland oder rappen in deutscher Sprache.
Aktiv waren deutsche Hip-Hopper seit Mitte der 1980er-Jahre, als das Genre eine Untergrundbewegung war, sehr politisch und musikalisch rau. Protagonisten während dieser Zeit waren Marius No.1 & Cora E. und Advanced Chemistry. Durch Die Fantastischen Vier und das Rödelheim Hartreim Projekt, die untereinander Antipoden bildeten, erhielt deutscher Hip-Hop und Rap verstärkt mediale Aufmerksamkeit. Obwohl die Fantastischen Vier vielfach als „Poprapper“ geschmäht wurden, stellte ihre Musik für viele Pionierarbeit dar. Die Erfolge der Hamburger Szene um Fettes Brot, Beginner, Dynamite Deluxe, Samy Deluxe und Fünf Sterne deluxe bauten auf diesen Stil auf, indem sie ebenfalls überwiegend lockere Texte verwendeten. Um das Jahr 2000 waren es vor allem sie, die auf breiter Linie den Durchbruch in die Charts schafften. Andere Rapper etablierten sich in den 1990er Jahren lokal in ihren Städten.
Inhaltsverzeichnis
1 Abgrenzung
2 Geschichte
2.1 Anfänge
2.2 Erste Charterfolge
2.3 Etablierung im Mainstream
2.4 Etablierung von Battle- und Gangsta-Rap
2.5 Deutscher Rap im Zeitalter des Internets
2.6 Kurioses
3 Alben mit Gold- oder Platin-Status in Deutschland (Auswahl)
4 Siehe auch
5 Literatur
6 Film
7 Einzelnachweise
Abgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Hip-Hop ist streng genommen ein Überbegriff einer Kultur, die in den USA entstand. Hip-Hop besteht aus folgenden vier Elementen: Djing, B-Boying, Graffiti, Rap. Während Hip-Hop in Deutschland eher eine Untergrund-Szene ist, ist deutscher Rap zum Mainstream geworden. Dieser Artikel beschäftigt sich mit deutschem Rap.
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Durch die Kommerzialisierung des Rap in den Vereinigten Staaten gelangten Rap und Hip-Hop Anfang der 1980er-Jahre auch nach Deutschland und verbreiteten sich durch Schallplatten, Filme und vor allem durch die in Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten. Durch Spielfilme wie Wild Style und den von Harry Belafonte produzierten Beat Street sowie durch Dokumentarfilme wie Style Wars wurden immer mehr Jugendliche zum Breaken, Sprayen oder Rappen animiert. So entstand Anfang der 1980er-Jahre in Deutschland eine erste zunächst englischsprachige Hip-Hop-Welle. Dass neben den in Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten auch die bereits genannten Filme einen großen Einfluss auf die Bildung einer deutschen Hip-Hop-Szene hatten, zeigte sich vor allem anhand von späteren Musikveröffentlichungen ab 1990. Hier werden die drei Filme immer wieder in den Liedtexten unterschiedlicher deutschsprachiger Interpreten namentlich genannt, als auch deren Bedeutung für die Entstehung eines Interesses am Hip Hop hervorgehoben. Exemplarisch dafür stehen etwa das Duo Marius No.1 & Cora E. (Nur ein Teil der Kultur, 1994) sowie der Solo-Künstler D-Flame (Mehr als Musik, 2002), aber auch Gruppen wie Too Strong (Body Rock, 1999) oder RAG (RAG-Time, 2001).
Torch
Als erste deutschsprachige Hip-Hop-Veröffentlichung gilt Rapper’s Deutsch von G.L.S.-United, eine im April 1980 erschienene Parodie des Hits Rapper’s Delight. Zu den ersten bundesweit bekannten Hip-Hop-Formationen in Westdeutschland gehörten Rock Da Most aus Berlin, Advanced Chemistry aus Heidelberg, We Wear The Crown Posse aus Frankfurt, TCA the Microphone Mafia aus Köln und Too Strong aus Dortmund.[1] Auch in der DDR entstand – ebenfalls beeinflusst durch den Film Wild Style – in den späten 1980ern mit der Electric Beat Crew eine erste englischsprachige Hip-Hop-Crew.
Nachdem diese Welle Mitte der 1980er wieder abgeflaut war, begannen Mitglieder der Subkultur Gleichgesinnte zu suchen und veranstalteten Hip-Hop-Jams. Diese waren als Partys in Jugendzentren oder zu Hause organisiert, zu denen Hip-Hop-Interessierte aus der Region oder ganz Deutschland kamen und vor allem Sprayer, Breaker, DJs und Rapper anzog. Diese traten im Wettbewerb gegeneinander auf und tauschten sich aus. Durch diese Veranstaltungen bildeten sich Netzwerke, die die Community vergrößerten.
Die ersten Rapper fingen zunächst an, in englischer Sprache und über amerikanische Beats zu rappen. In der deutschen Sprache zu texten galt bei ihnen als Tabu und „altmodisch“. Torch, Mitglied von Advanced Chemistry, begann ohne Wissen der restlichen Bandmitglieder auf einer dieser Jams Ende der 1980er Jahre[2] in deutscher Sprache zu freestylen. Zuvor hatte die Band mit dem Publikum lediglich zwischen den Titeln auf deutsch kommuniziert. Torchs Vorgehen fand beim Publikum Zustimmung, vermutlich da sie ihn verstanden und sich dadurch stärker angesprochen fühlten. Von da an rappte er immer häufiger auf Deutsch und sein Name wurde innerhalb der Szene bekannt. Allerdings dauerte es bis zum Jahr 1992, bis die Band Advanced Chemistry mit Fremd im eigenen Land erstmals einen Tonträger in deutscher Sprache veröffentlichte.
Das zunehmende Interesse an der Musik in Deutschland spiegelt sich Ende der 1980er-Jahre schließlich in der Ausstrahlung von Sendungen wider, die sich thematisch und schwerpunktmäßig dem Hip Hop zuwandten. Ein frühes Beispiel hierfür ist etwa eine von Marius Walczak (DJ Marius No.1) moderierte zweistündige Radiosendung, die ab 1988 über den Norddeutschen Rundfunk (NDR) einmal im Monat empfangen werden konnte.
Erste Charterfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Fantastischen Vier
In den 1990er Jahren etablierte sich Rap in der populären Kultur und weitere Rapper tauchten aus dem Untergrund auf. So etwa die Band Die Fantastischen Vier, vier Stuttgarter, die mit Nonsenstexten und „Spaßrap“ aber auch mit niveauvollen philosophischen Texten in die Charts einstiegen und Deutschrap auch außerhalb der eigenen Reihen bekannt machten. 1991 veröffentlichten sie ihre erste LP Jetzt geht?s ab. Dadurch, dass niemand in der Szene vorher etwas von ihnen gehört hatte und sie auch nie zuvor auf einer Jam aufgetreten waren, wurden sie dort zunächst nicht ernst genommen. Doch dann belegten sie mit ihrer Single Die Da?! im Jahr 1992 Platz zwei der Charts[3]. Dies sorgte für Aufruhr innerhalb der Hip-Hop-Community, da sie zum einen deutsche Texte hatten, die Spaß bringen sollten und zum anderen durch das Plattenlabel Sony/Columbia verlegt wurden und daher als Kommerz galten. Dies galt als Tabu, da es in den USA eine Keep it real is the deal-Haltung gegeben hatte, die sich gegen einen kommerziellen Ausverkauf wendete. Diese antikommerzielle Haltung wurde in Deutschland übernommen, wogegen sie in Amerika längst überholt war. Die Kölner Formation Legal(ly) Spread Dope (LSD) veröffentlichte 1991 das Album Watch Out For The Third Rail, das zwar noch englische Texte enthielt, aber in der Szene auf größere Akzeptanz stieß und deshalb als das erste reine Hip-Hop-Album aus Deutschland gilt.[4] Ab 1993 lief das erste deutschsprachige Hip-Hop-Fernsehmagazin „Freestyle“ beim damals neuen Musiksender VIVA.
Ebenfalls 1991 erschien mit Krauts with Attitude der erste deutsche Hip-Hop-Sampler als „Bestandsaufnahme“ des deutschen Hip-Hop[5] und „einigermaßen repräsentativer Querschnitt durch die westdeutsche Hip Hop Szene“ der frühen 1990er Jahre.[6]
Bis 1995 tauchten keine Deutschrap-Alben mehr in den Charts auf. Rap entwickelte sich im Untergrund weiter und spaltete sich in die Neue Schule und die Alte Schule. Die Alte Schule, die Mitbegründer und „Aufbauer“ von Rap in Deutschland, warf der Neuen Schule vor, sie zu übergehen und Hip-Hop nicht ernst zu nehmen. Die Alte Schule, die unter anderem aus den Gruppen Cora E., den Stieber Twins, TCA und Advanced Chemistry bestand, hatte eine deutlich politischere Haltung. So brachte 1992 das eigens dafür gegründete Label MZEE-Records mit Fremd im eigenen Land der Gruppe Advanced Chemistry die erste wirkliche Deutschrap-Veröffentlichung als Maxi-Single auf den Markt, auf ihr wird der in Deutschland vorherrschende Rassismus und die Identitätsfindung der gesellschaftlich benachteiligten Migranten thematisiert. Die Absoluten Beginner brachten 1992 die an Slime angelegte Polizeischelte K.E.I.N.E heraus.[7] Von TCA the Microphone Mafia wurde 1994 Hand in Hand, ein Song gegen Rassismus, veröffentlicht.
Dagegen galten die Protagonisten der Neuen Schule, zu der unter anderem Fettes Brot und Der Tobi und das Bo zählten, als Bands, die nur den Anspruch hatten, Spaß zu bringen. Sie rappten über scheinbar belanglose Dinge und hatten vorrangig Texte mit Wortwitz und Ironie. 1995 erschien Nordisch by Nature von Fettes Brot.
Etablierung im Mainstream[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In den Jahren von 1995 bis 2000 erreichte der deutschsprachige Rap den Zenit und war Bestandteil der nationalen Popszene. Es erschienen immer mehr Veröffentlichungen und der Markt wurde regelrecht überschwemmt. In Hamburg, München, Stuttgart, Heidelberg und Berlin sowie in Düsseldorf, Köln und im Ruhrgebiet etablierten sich eigenständige Hip-Hop-Zentren.
Es entwickelten sich unterschiedliche Substile, die sich sowohl von der Alten und Neuen Schule unterschieden. Die wichtigsten Veröffentlichungen dieser Zeit waren unter anderem von den Massiven Tönen Kopfnicker (1996), von den Stieber Twins Fenster zum Hof (MZEE, 1997), vom Freundeskreis Die Quadratur des Kreises (1997), von Blumentopf aus München Kein Zufall (1997), von den Absoluten Beginnern Bambule (1998) und Deluxe Soundsystem (2000) von Dynamite Deluxe. Diese Künstler unterschieden sich in ihren jeweiligen Stilistiken.
Kool Savas
Es entwickelte sich der Battle-Rap, der eine Fortsetzung des Battlefreestylens war, welches schon früh auf Jams praktiziert wurde. Dort standen sich Crews oder Solokünstler gegenüber und warfen den anderen reimende Vierzeiler an den Kopf, die diese durch Spott und Wortwitz schlecht machen (Dissen) und sich selbst aufwerten sollten. Das Publikum entschied dann, wer der Bessere war. Auf aufgenommenen Diss-Tracks und Alben setzten die Künstler das fort und versuchten so, einen „Gegner“ nicht mehr nur zu übertrumpfen, sondern durch Worte zu verletzen. Es werden vor allem Metaphern und Vergleiche benutzt und mit Schimpfwörtern um sich geworfen. Vorrangig in Berlin war diese Art anfangs mit Gruppen wie Westberlin Maskulin und M.O.R. verbunden. Vor allem Kool Savas, der beiden Formationen angehörte, sorgte in der Folgezeit für die Popularisierung des Battle-Raps. Seine indizierte Single LMS/Schwule Rapper gilt dabei als wegweisend. Er selbst verstand sich als eine Art „Gegenpol“ zur Hamburger Szene sowie deren Protagonisten Fettes Brot und Deichkind, gegen die er in seinen Liedern oft Stellung nahm.
Eine andere Ausdrucksweise war der Conscious Rap, in dem auf politische und soziale Missstände aufmerksam gemacht wird. Eine wichtige Gruppe in diesem Feld ist Anarchist Academy. In der Folgezeit nahmen Rapper und Konsumenten zu, die Szene stagnierte dennoch. Um die Jahrtausendwende endete der Rummel allmählich und die Anzahl der Neuveröffentlichungen sank deutlich. So konstatierte die JUICE in der Rezension zum Album Blauer Samt von Torch, dass sich der Hip-Hop „in den letzten Jahren auf ein derart niedriges Level begeben [hat], dass es geradezu sensationell ist, ein Album wie dieses zu hören.“[8]
Etablierung von Battle- und Gangsta-Rap[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde der Battle-Rap zunehmend erfolgreicher, obwohl sein Wegbereiter Kool Savas beginnend mit seinem Debütalbum Der beste Tag meines Lebens moderatere Texte präsentierte, was ihm vereinzelt Kritik entgegenbrachte. Ab 2001 machte das Berliner Label Aggro Berlin mit Gangsta-Rap auf sich aufmerksam, der in Deutschland zuvor weitestgehend gemieden worden war. Er verhielt sich fast antipodisch zum Stil der Hamburger Szene. Zu den Künstlern, die auf Aggro Berlin veröffentlichten, zählten unter anderem Sido, Bushido und Fler, die sich dauerhaft in den Charts etablierten.
Sido
Ebenso verbreitete sich der Beef, wie im Hip-Hop-Jargon öffentlich ausgetragene Rivalitäten zwischen Rappern bezeichnet werden, ähnlich wie zuvor in den USA. Der erste bekanntere musikalische Schlagabtausch fand 2001 zwischen Azad und Samy Deluxe statt. Öffentlichkeitswirksam wurde der Konflikt zwischen Kool Savas und dem von ihm ursprünglich geförderten Eko Fresh. Letzterer stand bei dessen Plattenfirma Optik Records unter Vertrag, ehe sich beide aufgrund künstlerischer Differenzen trennten. Ende 2004 machte Eko Fresh in seinem Lied „Die Abrechnung“ seinem ehemaligen Mentor und dessen musikalischen Umfeld zum Teil schwere Vorwürfe, woraufhin dieser mit „Das Urteil“ konterte. „Die Abrechnung“ zog auch noch andere bemerkenswerte Disstracks nach sich, u. a. mit Fler. Auch zwischen Bushido und Bass Sultan Hengzt gab es dann einen musikalischen Schlagabtausch solcher Art. Ähnlich lieferten sich Sido und Bushido nach ihrer gemeinsamen Zeit bei Aggro Berlin gegenseitig verbale Angriffe in Raptexten. Seit dieser Zeit nahmen diese öffentlichen Streitigkeiten zwischen Rappern immer mehr zu; auch weil die Anzahl an bekannteren Rappern und an Deutschrap-Fans stetig anstieg.
In der Folgezeit erreichten generell in Deutschland lebende Immigranten Einfluss auf die deutsche Hip-Hop-Szene, die Themen wie Arbeitslosigkeit, Chancenlosigkeit der Jugend, Rassismus, aber auch Straßen- und Drogenkriminalität artikulieren. Im Folgenden führte der starke Einfluss von Migranten auf den deutschsprachigen Hip-Hop zu einem Einfließen vieler z. B. arabischer, türkischer oder serbischer Wörter in die deutsche Jugendsprache.[9] In diesem Zusammenhang ist insbesondere der Frankfurter/Offenbacher Rapper Haftbefehl zu nennen. Die sozialen Brennpunkte, die häufig in den Texten thematisiert werden, werden dabei öfter als „Ghetto“ bezeichnet. Kritisiert werden die teilweise sexistischen, homophoben, gewaltverharmlosenden oder antisemitischen Texte. So entzündete sich etwa im Jahr 2007 eine öffentliche Diskussion, ob Bushido zu einem Festival gegen Gewalt zwischen Jugendlichen eingeladen werden dürfe. 2018 kam es aufgrund der Textzeilen „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ und „Mache wieder mal ‚nen Holocaust, komm‘ an mit dem Molotow“ aus dem Album Jbg 3 zu Kritik gegenüber den Rappern Kollegah und Farid Bang.[10]
Deutscher Rap im Zeitalter des Internets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Anfänge von Kollegah liegen in der Reimliga Battle Arena
Weekend ist bekannt aus dem Videobattleturnier
Karate Andi bei einem Auftritt
Mit der flächendeckenden Verbreitung des Internets und dem Aufkommen von Smartphones hat sich auch die deutsche Rap-Szene gewandelt. Während früher Informationen über Releases oder auch Beef zwischen Rappern vorwiegend aus gedruckten Magazinen wie der Juice bezogen wurden, findet heute die direkte Kommunikation zwischen Rapper und Fan über soziale Netzwerke wie Facebook und Videoportale wie YouTube statt.[11] Auch Beef wird bisweilen öffentlich über die sozialen Netzwerke ausgetragen.[11]
Das Internet brachte auch einige neue Formate mit sich. Die Idee, Battle-Rap nicht mehr nur zwischen zwei sich im realen Leben gegenüberstehenden Personen auszutragen, kam mit der Reimliga Battle Arena, auch bekannt als RBA, auf. Hier werden die Audio-Dateien der Battlerunden auf der Webseite der RBA hochgeladen und anschließend von einer Jury bewertet.[12] In der RBA wurden bisher über 70.000 Battles ausgetragen, Künstler wie Kollegah oder Cro unternahmen hier ihre ersten Schritte.[13] Die RBA war lange Zeit das bedeutendste deutsche Format für Internet-Battles, bis es durch vorwiegend auf YouTube abgehaltene Video-Battles verdrängt wurde. Das erste große Turnier dieser Art war das von rappers.in veranstaltete Videobattleturnier (VBT). Im VBT wurde nach dem KO-System aus teilweise über 1000 Teilnehmern ein Sieger ermittelt.[14] Viele Rapper aus dem VBT wie Lance Butters,[15] Battleboi Basti[16] oder EstA[17] konnten sich nach ihrer Teilnahme auch in den offiziellen Charts platzieren, Rapper Weekend gelang sogar Platz 1 der Album-Charts.[18]
Viele Rapper aus dem VBT wandten sich vom Turnier ab, weil die Produktion der zahlreichen Battle-Runden aufwendig war und mit den Runden kein Geld verdient werden konnte. Diese Marktlücke konnte der YouTube-Blogger Julien Sewering für sich nutzen, indem er ein eigenes Turnier, das Juliensblogbattle, eröffnete. Beim Juliensblogbattle erhalten Rapper eine Beteiligung an den Werbeeinnahmen ihrer Runden.[19] Weiterhin können mittlerweile alle Runden kostenpflichtig heruntergeladen werden, wobei die Download-Zahlen über das Weiterkommen des Rappers mitentschieden.[20] Die meisten Battle-Runden erreichen siebenstellige Aufrufzahlen, Spitzenreiter ist eine Finalrunde aus 2014 mit aktuell über 20 Millionen Aufrufen.[21] Aus dem JBB gingen unter anderem die später auch kommerziell erfolgreichen Rapper SpongeBOZZ, Gio, Laskah und 4tune hervor.[22][23]
Parallel zum Erfolg der rein online stattfindenden Videobattles werden auch zunehmend Live-Battles aufgezeichnet und auf YouTube hochgeladen. Das Format mit der größten Reichweite ist hierbei das von Ben Salomo veranstaltete Rap am Mittwoch. Durch Rap am Mittwoch bekannt gewordene Rapper sind zum Beispiel Takt32, Capital Bra und Karate Andi.[22]
Kurioses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bereits 1984 veröffentlichte die Kölner Mundart-Musikgruppe Bläck Fööss auf dem Album "Mir klääve am Lääve" die Hip-Hop-Persiflage "Huusmeister Kaczmarek" mit einem Text in rheinischer Mundart.
Alben mit Gold- oder Platin-Status in Deutschland (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Siehe auch: Liste der meistverkauften Rapalben in Deutschland
1992: Die Fantastischen Vier – 4 gewinnt
1994: Rödelheim Hartreim Projekt – Direkt aus Rödelheim
1997: Sabrina Setlur – Die neue S-Klasse
1998: Absolute Beginner – Bambule
1999: Freundeskreis – Esperanto
2001: Samy Deluxe – Samy Deluxe
2004: Sido – Maske
2004: Aggro Berlin – Aggro Ansage Nr. 4
2004: Bushido – Electro Ghetto
2005: Fettes Brot – Am Wasser gebaut
2007: Ersguterjunge – Vendetta
2007: K.I.Z – Hahnenkampf
2011: Casper – XOXO
2011: Kool Savas – Aura
2012: Cro – Raop
2012: Xavas – Gespaltene Persönlichkeit
2012: Max Herre – Hallo Welt!
2013: Kollegah und Farid Bang – Jung, brutal, gutaussehend 2
2013: Alligatoah – Triebwerke
2013: Marteria – Zum Glück in die Zukunft
2013: Prinz Pi – Kompass ohne Norden
2014: Shindy – FVCKB!TCHE$GETMONE¥
2016: Beginner – Advanced Chemistry
2016: Bonez MC und RAF Camora – Palmen aus Plastik
2017: 187 Strassenbande – Sampler 4
2018: Bonez MC und RAF Camora - Palmen aus Plastik 2
Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Liste von deutschen Hip-Hop-Musikern
Musik in Deutschland
Deutsch-Rap-Periodensystem
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Hannes Loh, Sascha Verlan: HipHop. Unterrichtsmaterialien für die Sekundarstufen. Sprechgesang: Raplyriker und Reimkrieger. Verlag an der Ruhr, Mülheim 2000
David Toop: Rap Attack. Hannibal Verlag, Höfen 2000
Sascha Verlan: Arbeitstexte für den Unterricht, Rap-Texte. Reclam, Stuttgart 2000 (Erweiterte Ausgabe 2003)
Sascha Verlan, Hannes Loh: 35 Jahre HipHop in Deutschland. Hannibal Verlag, Höfen 2015
Hannes Loh mit Murat Güngör: Fear Of A Kanak Planet – HipHop zwischen Weltkultur und Nazi-Rap. Hannibal Verlag, Höfen 2002, ISBN 978-3-85445-210-2
Hans W. Giessen: Deutscher Hip-Hop, Pop-Archiv International 01/2002 vom 15. Januar 2002, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Hannes Loh, Sascha Verlan: 25 Jahre HipHop in Deutschland. (1980–2005). Aktualisierte Ausgabe. Hannibal, Höfen 2006
Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Lost In Music – HipHop Hooray. Deutschland, 1993. Dokumentation für ZDF. [1]
Fette Beats und schnelle Reime – HipHop made in Germany. (Heavy Beat and Ready Rhyme). Ein Film von Sabine Pollmeier und Joachim Haupt. Deutschland, 1999. Eine Produktion von Parnass Film für DW tv.
HipHop de Luxe – vom Underground in die Charts. Ein Film von Sabine Pollmeier und Joachim Haupt. Deutschland, 2000. Eine Produktion von Parnass Film für ARTE / NDR.
Wenn der Vorhang fällt. Ein Film von Michael Münch. Deutschland, 2017.
Ursprünge des Hip-Hop
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Die Ursprünge der Hip-Hop-Musik liegen in der musikalischen Kultur der US-Afrikaner der 1970er-Jahre. Es gibt aber auch Wurzeln, die bis nach Afrika zurückreichen.
Allgemein gelten King Tim III der Fatback Band und danach Rapper’s Delight (1979) der Sugarhill Gang als die ersten Hip-Hop-Platten. Was davor kam, wird im Folgenden beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einflüsse
2 Gesellschaftlicher Hintergrund
3 Musikalische Entwicklung
4 Entwicklung der Szene
5 Erste Erfolge im Mainstream
6 Literatur
7 Weblinks
Einflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Hip-Hop-Musik greift auf viele ältere musikalische und kulturelle Praktiken zurück. Die älteste hiervon sind die Griots. Westafrikanische Wanderer und Geschichtenerzähler, die bereits eine Art Sprechgesang benutzten. Oft versahen sie ihre Vorträge mit Kommentaren – für das Publikum galt es als unhöflich nicht kommentierend oder mit Beifallsäußerungen oder Ablehnungskundgebungen in den Vortrag einzugreifen. Der Ablauf aus Interaktion zwischen Vortragendem/Interpreten und Publikum begann bereits hier.
Die Tradition setzte sich fort, als die Afrikaner nach Amerika verschleppt wurden. Da es hier aufgrund der geänderten Umstände unmöglich war, auf Wanderprediger zurückzugreifen, entwickelten sich die Toasts, Treffen von Männern, bei denen es um Politik, Gesellschaft, Kultur, Frauen etc. ging. Auf ihnen entstanden auch die Verbal Contests, die sich später im Hip-Hop zum Battle-Rap weiterentwickeln sollten. Ebenso wie die Praxis des Toasting.
Aus der US-amerikanischen Musiktradition stammen der Scat-Gesang, in dem ein Sänger versucht mit seiner Stimme ein Instrument zu imitieren, und der Ablauf der Gottesdienste, vor allem in afro-amerikanischen Kirchen, in denen es ebenso zu einer intensiven Interaktion zwischen Prediger und Publikum kam wie auch oft zu einer Art Sprechgesang des Predigers während seiner Vorträge. Die Entwicklungslinie über Blues, Jazz und Rhythm and Blues führte zu Soul und Funk, die beide stark den Oldschool-Hip-Hop beeinflussten.
Andere mögliche Einflüsse sind Voice instrumentals, eine weit verbreitete Art in vielen Musiken der Welt, Instrumente durch Stimmen zu ersetzen, Dirty Dozens, stilisierte Formen, sich gegenseitig Beleidigungen zuzuwerfen, der Talking Blues, populär geworden durch Woody Guthrie, John Lee Hooker und andere, in dem über die Musik gesprochen wurde, oft mit ironischen Nebenbemerkungen in Richtung Publikum. Einzelne „Proto-Rapper“ der 1960er und frühen 1970er wie Gil Scott-Heron und die Last Poets, Abzählreime und bestimmte Arten des Jazz und Doo Wop, in denen Stimmen benutzt wurden, um eine ganze Band zu imitieren.
Den stärksten direkten Einfluss hatten jedoch wahrscheinlich die jamaikanischen Sound-Systems, durch die bereits vieles, was heute Hip-Hop ausmacht, vorgezeichnet wurde.
Gesellschaftlicher Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Rap begann sich zum einen vor einem Niedergang der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, zum anderen vor einem sozialen und ökonomischen Niedergang der US-amerikanischen Innenstädte zu entwickeln. Industriebetriebe verließen seit den 1970ern die US-amerikanischen Innenstädte, um entweder in die Vororte zu ziehen, wo das Land billiger war oder ins Ausland zu gehen. Die Arbeitslosenrate unter schwarzen Jugendlichen stieg in dieser Zeit auf bis zu 40 % an. Die mittelständischen Arbeitnehmer folgten ihnen. Gleichzeitig sanken durch beide Entwicklungen die Einnahmen der Gemeinden, sie konnten weniger Geld für die öffentliche Infrastruktur ausgeben. Die konservativen Regierungen, die gewählt wurden, beschnitten die Budgets des Wohlfahrtsstaats, nicht nur aus finanziellen, sondern auch aus ideologischen Gründen, so dass noch weniger Geld für die Bewohner der Stadtviertel zur Verfügung stand.
Die Jugendlichen in den Vierteln begannen zunehmend sich der Kriminalität, und insbesondere dem Drogenhandel zuzuwenden, da andere Möglichkeiten sozialen und materiellen Status zu gewinnen, immer weiter abnahmen. Die Situation verschärfte sich, als das Cali-Kartell in den 1980ern begann Crack zu entwickeln und zu vermarkten, das billig genug war, um auch in den verarmten Innenstädten Kunden zu finden. Während der Drogenhandel blühte, zerstörte die Droge maßgebliche Zusammenhänge der sozialen Gemeinschaften in den Vierteln.
Die South Bronx in der sich der Hip-Hop entwickelte, war dabei ein besonderes Notstandsgebiet. Von 1970 bis 1980 nahm die Bevölkerung in den drei Kernbezirken des Viertels von 383.000 auf 166.000 Einwohner ab. Seit den 1960ern wurden zudem von der New Yorker Stadtverwaltung gezielt Empfänger von Sozialhilfe in dem Viertel untergebracht. Drogen begannen sich seit den späten 1960ern rapide zu verbreiten.
In der South Bronx gab es seit den früheren 1970ern extrem viele Brände. An einem heißen Sommertag im Juni 1975 wurden allein 40 Brandstiftungen in drei Stunden verübt. Einigen Berichten zufolge gab es in der Bronx in den Jahren von 1970 bis 1975 über 68.000 Brände, mehr als 33 pro Tag, die meisten davon in der South Bronx. Teilweise, weil die elektrischen Anlagen in den Häusern verfielen, zum Teil aber auch, weil Hausbesitzer dort keine Zukunft mehr sahen und zumindest das Versicherungsgeld kassieren wollten. Wie heute aus mittlerweile veröffentlichten Papieren nachzuweisen ist, tolerierte die Stadt diese Praxis. Gleichzeitig reduzierte sie aus Kostengründen die Zahl der Feuerwachen in dem Bezirk mit einer sechsstelligen Einwohnerzahl auf eine.
Die Gegend wurde in den USA zu dem Symbol urbanen Verfalls, viele Beobachter verglichen den Zustand des Viertels mit Berlin 1945. Gangs begannen in den späten 1960ern sich selbst als Polizei im Viertel zu sehen, da die eigentliche öffentliche Ordnung nahezu kollabiert war. Die Zahl der Körperverletzungen stieg innerhalb von neun Jahren von 998 (1960) auf 4.256 (1969), die Zahl der Diebstähle im selben Zeitraum von 1.765 auf 29.276. Nach Schätzungen der Polizei standen 70 % der Kriminalfälle im Bezirk im Zusammenhang mit Drogen.
Musikalische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Hip-Hop einschließlich des Raps und des Turntablism entstanden aus den Block Partys, die in den 1970ern in New York City und insbesondere in der Bronx populär waren. Zu dieser Zeit kam mehr als ein Fünftel der Einwohner dort aus der Karibik und die Block Parties der 1970er und 1980er ähnelten stark den Jamaikanischen Soundsystems. Es handelte sich um große Straßenpartys, begonnen von den Besitzern von großen und lauten Stereoanlagen, die mit ihnen in eine Form musikalischen Wettkampfes starteten. Darüber begannen sie, zu toasten oder einfache Reime zu sprechen.
Ein erster Pionier der Entwicklung war Kool DJ Herc, der direkt aus Kingston, Jamaika in die Bronx einwanderte, und der die Entwicklung des Dubs mitbekam. Da Reggae in New York aber unpopulär war, begann er früh über die Instrumentalstellen damals populärer Stücke zu sprechen. Da die Stellen relativ kurz waren, begann er, sie zu verlängern, indem er zwei identische Platten auf zwei Plattenspielern benutzte, so dass er die Intervalle theoretisch unendlich verlängern konnte. Kool DJ Herc kreierte so auch die Breakbeats; er nutzte ungewöhnlichere Beats, die sonst nur kurz in Stücken zu hören waren, für langanhaltende Abschnitte. Die Beats, die sonst oft von Radio-DJs genutzt wurden, um die Stücke abzubrechen, klangen auf den Soundsystems besonders fett. Kool DJ Herc merkte schnell, dass die Menge auf den Block Partys besonders auf diese Beats wartete. Er selbst beschrieb es:
I would give people what I know they wanted to hear. And I’m watching the crowd and I was seeing everybody on the sidelines waiting for particular breaks in the records […] I said, let me put a couple of these records together, that got breaks in them. I did it. Boom! bom bom bom. I try to make it sound like a record. Place went berserk. Loved it.
Der so von ihm geschaffene Stil setzte sich fort und führte dazu, dass Hip-Hop und seine Ableger nur selten die gradlinigen, durchgehenden Beats haben, die sonst für Popmusik typisch sind. Kool DJ Herc begann schließlich sich auf ebenfalls entwickelte DJing zu spezialisieren und seinen Freunden Coke La Rock und Clark Kent den Sprachpart zu überlassen. Zusammen traten sie als Kool DJ Herc and the Herculoids auf.
Bis etwa 1975 hatte sich der Stil bei den Block Partys in New York durchgesetzt. Rap begann sich zu entwickeln, als der Wettkampf über den DJs dazu führte, dass diese immer längere und elaboriertere Texte über der Musik sprachen. Sie begannen zu reimen, um ihre Wiedererkennbarkeit zu steigern und griffen auf bekannte Reime, oft Abzählreime zurück, die sie leicht abänderten und dem eigenen Bedürfnissen anpassten. Ziel des Wettkampfes unter den frühen Rappern, war es als möglichst originell und gut, beziehungsweise Def anerkannt zu werden. Andere frühe und wichtige DJs, die in der Szene einflussreich waren, sind Grandmaster Flash, Afrika Bambaata und Disco King Mario.
Grandmaster Flash war dabei der erste, der auch Kopfhörer an sein System anschloss. Bis dahin markierten DJs die entsprechend identischen Stellen auf den Platten mit Klebeband oder mussten sie sich merken, was zu kleinen Ungenauigkeiten und Hüpfern in der Musik führte. Resultierte Hercs Erfolg aus seiner originellen Idee, seinem allen Zuhörerberichten nach außergewöhnlich fetten und qualitativ hochwertigem Soundsystem und seiner sicheren Auswahl der Platten, bezeichnete das Time-Magazin Grandmaster Flash später als Toscanini of the Turntables. Ihm gelang es nicht nur, die Stücke ohne hörbaren Übergang ineinander zu mixen, er war auch der erste, der die Vocals oder Instrumentalspassagen eines Tracks über die Breakbeats eines anderen legte und so am Plattenteller ein neues Stück schuf. Er verfeinerte die Methode, indem er die Technik des Backspinning entwickelte, bei dem er durch schnelles Zurückziehen der Platte, einen bestimmten Sound wiederholen konnte. Er konnte so mit einfachen technischen Mitteln aber äußerst präziser Körperbeherrschung Sampling-Effekte erreichen, die bis dahin nur mit sehr teurer Technik möglich waren. Hörte man das Geräusch beim Zurückziehen der Platte, so konnte man dies auch als Sound in die Musik einbauen, der nur durch turntablism erreicht werden konnte. Ungefähr zeitgleich mit Grandmaster Flash entwickelte die Technik auch Grandwizard Theodore.
Afrika Bambaata bereicherte das musikalische Repertoire der Musik maßgeblich. Er besaß eine umfassende Plattensammlung quer durch alle Stilrichtungen und hörte sich alles daraufhin an, ob es sich für seine Auftritte benutzen ließ. Er hatte kaum Einschränkungen was die Genres betraf, war aber ein besonderer Anhänger der Band Kraftwerk. Aufgrund seiner enormen Musikkenntnis und seiner großen Auswahl bekam er bald den Spitznamen Master of Records. Für Kool Herc ist er der einzige DJ, vor dem er großen Respekt hatte, „denn er spielte immer Platten, die ich nicht kannte.“
Ähnlich entwickelte sich zur selben Zeit in Jamaika Dub-Musik. Die meisten New Yorker jener Zeit hatten aber kaum Interesse an Reggae, oder hielten nicht viel von der Musik, so dass Rap vor allem aus Disco- und Funk-Stücken entwickelt wurde.
Entwicklung der Szene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Rap wurde populär, weil es eine einfache und künstlerische Art ist, die eigene Meinung zu äußern und sich darzustellen. Der spezielle Stil des Raps gibt einem Künstler die Möglichkeit, seine Persönlichkeit auszudrücken. Zudem ist es eine Technik, für die man kaum materielle Vorbedingungen braucht, die sich fast jederzeit an fast jedem Ort trainieren lässt. Und zumindest in der Anfangszeit gab es kaum Regeln, was „richtiger Rap“ wäre und eine fast unbegrenzte Freiheit, außer der Anforderung originell zu sein und den Rhythmus der Musik zu treffen.
Neben der spontanen Entwicklung, die sich in den armen Stadtvierteln New Yorks ergab, gab es auch den Versuch, die Szene besser zu organisieren und ein stärkeres Selbstbewusstsein zu schaffen. Afrika Bambaataa war in seiner Jugend in der ersten und größten Gang der South Bronx, den Black Spades. Seit den späten 1960ern veränderte sich jedoch die Stimmung im Viertel, die Auseinandersetzungen zwischen den Gangs wurden zunehmend brutaler. Als einer seiner Freunde bei einem Bandenkampf getötet wurde, beschloss er den Ausstieg. Zuerst schloss er sich der Nation of Islam an. Da ihm deren strenge Organisation nicht zusagte, gründete er selbst Ende 1975 oder 1976 die Zulu Nation, in der sich Rapper, B-Boys und Graffiti-Sprayer zu einem Kollektiv zusammenfinden und ihre Rivalität künstlerisch und nicht mit Gewalt austragen sollten.
Graffiti-Writing hatte sich dabei bereits in den 1960ern entwickelt, als Jugendliche in Philadelphia und kurz danach in New York begannen ihre Namen mit Filzstiften an U-Bahnen, Hauswänden etc. zu hinterlassen. Breakdance entwickelte sich erst zusammen mit der Hip-Hop-Musik, da für den neuen, breakbeatlastigen, Musikstil neue Tanzformen gefunden werden mussten.
Erste Erfolge im Mainstream[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Aus den Straßen der South Bronx gelangte Hip-Hop zuerst in die kleinen Studios nach Manhattan und insbesondere Harlem. Grandmaster Flash spielte 1977 vor 3000 Besuchern im Harlems Ballroom. Kurtis Blow und Russell Simmons gaben die ersten Konzerte in Manhattan, so dass zum ersten Mal Menschen außerhalb der sozialen Brennpunkte New Yorks die Musik hören konnten.
In kleinen Studios in Harlem entstanden die ersten Aufnahmen der Musik auf Vinyl.
Viele der damaligen kleinen und untereinander bekannten Szene versuchten damals Platten zu veröffentlichen. Sie waren geschockt als King Tim IIIs Platte sich am einfachen Stil von Radio DJs orientierte und die Sugarhill Gang eine Rap-Version von Chics Good Times veröffentlichten. Die Musikproduzentin Sylvia Robinson stellte, wahrscheinlich auf Anraten ihrer Kinder, die die Musik kannten, eine eigene Band, die Sugarhill Gang zusammen. Die Rapper selbst waren in der Szene vollkommen unbekannt, die Musik entstand nicht per turntablism, sondern wurde von einer Band eingespielt.
Nachdem die Aufnahme überraschend international in den Charts erfolgreich war und etwa 2 Millionen Stück verkaufte, begannen sich mehr Majorlabels für die Musik zu interessieren.
Die frühen Rap-Platten waren so eine Mischung aus gutem Material von Party-Veteranen und schlechteren Aufnahmen, die versuchten kurzfristig vom ersten Boom des Hip-Hops zu profitieren. Bemerkenswert sind Blondies Aufnahme Rapture und Grandmaster Flashs The Message. Blondie hatte zwar nichts mit der Szene zu tun, in ihrem Song erwähnten sie jedoch Fab 5 Freddy und die Szene in der Bronx allgemein, und ihnen gelang es jedoch den Geist der Szene so gut einzufangen, dass die Aufnahme bis heute hohe Wertschätzung erhält. Grandmaster Flash & The Furious Five veröffentlichen 1982 den ersten Track, der direkt aus der South Bronx kam und großen Erfolg feierte. In ihm wurde auch erstmals die soziale Situation angesprochen, in der der Stil entstand: Broken glass everywhere // People pissing on the stairs, you know they just // Don’t care // I can’t take the smell, I can’t take the noise Got no money to move out, I guess I got no choice // Rats in the front room, roaches in the back // Junkie’s in the alley with a baseball bat … It’s like a jungle sometimes, it makes me wonder // How I keep from going under.
Afrika Bambaataa veröffentlichte ebenfalls 1982 Planet Rock und Looking for the perfect Beat, die nationale Erfolge wurden und in denen erstmals eine Beatbox zu hören war.
Der erste Hip-Hop-Longplayer auf einem Major-Label erschien 1980 von Kurtis Blow. Darauf ist auch der Titel The Breaks enthalten, der erste Rapsong der mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde.
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
David Toop (1984/1991). Rap Attack II: African Rap To Global Hip-Hop. New York. New York: Serpent’s Tail, ISBN 1-85242-243-2.
Robert J. Brym Hip-Hop from Dissent to Commodity – A Note on Consumer Culture. In: Robert Brym et al. (Hrsg.): Sociology: Your Compass for a New World, Chapter 34. PDF
Johan Kugelberg (Hrsg.): Born in the Bronx – Die Anfänge des Hip Hop, Edel:Rockbuch 2010, ISBN 978-3-941376-16-8
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Kurze Geschichte der Hip-Hop-Ursprünge (Englisch)
„Der Turntabel als Musikinstrument“
Informations about the early years of West Coast Rap, Westcoastpioneers
infos über die Frühen Jahre des Hiphops und Artist Infos, HipHopBlogger
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