?? OPER ? Hans Pfitzner (*1869) ? PALESTRINA ? Rafael Kubelik ? 3CD
    30
  $   35

 


€ 30 Sold For
Nov 17, 2017 Sold Date
Aug 15, 2013 Start Date
1 Number Of Bids
  Germany Country Of Seller
eBay Sold at
 
save auction  

Description

 1

!!! – BEIM HERSTELLER NICHT MEHR ERHÄLTLICH – !!!

 

 


 

Hans Pfitzner (1869 – 1949)


PALESTRINA


Oper in drei Akten

Libretto vom Komponisten

Uraufführung: München, Prinzregentenheater, 12. Juni 1917

Gesamtaufnahme in deutscher Originalsprache

Studioaufnahme — Aufnahmejahr: 1973




BESETZUNG


Giovanni Pierluigi Palestrina, Kapellmeister von Santa Maria Maggiore in Rom — NICOLAI GEDDA

Ighino, sein Sohn, 15 Jahre — HELEN DONATH

Silla, sein Schüler, 17 Jahre — BRIGITTE FASSBAENDER

Papst Pius IV. — KARL RIDDERBUSCH

Giovanni Morone, Kardinallegat des Papstes — BERND WEIKL

Bernardo Novaregio, Kardinallegat des Papstes — HERIBERT STEINBACH

Kardinal Christoph Madruscht, Fürstbischof von Trient — KARL RIDDERBUSCH

Carlo Borromeo, römischer Kardinal — DIETRICH FISCHER-DIESKAU

Der Kardinal von Lothringen — VICTOR VON HALEM

Abdisu, Patriarch von Assyrien — JOHN VAN KESTEREN

Anton Brus von Müglitz, Erzbischof von Prag — PETER MEVEN

Graf Luna, Orator des Königs von Spanien — HERMANN PREY

Der Bischof von Budoja, italienischer Bischof — FRIEDRICH LENZ

Theophilus, Bischof von Imola, italienischer Bischof — ADALBERT KRAUS

Avosmediano, Bischof von Cadix, spanischer Bischof — FRANZ MAZURA

Bischof Ercole Severolus, Zeremonienmeister des Konzils von Trient — GERD NIENSTEDT

Dandini di Grosseto — KARL KREILE

Der Bischof von Fiesole — ANTON ROSNER

Der Bischof von Feltre — JOSEF WEBER

Zwei Bischöfe — GÜNTER HÄUSSLER / WULF VON LOCHNER

Ein junger Doktor — GUDRUN ROSNER-GREINDL

Spanischer Bischof — PAUL HANSEN

Ein Diener — GEORG BAUMGARTNER

Fünf Kapellsänger von Santa Maria Maggiore in Rom — PETER SCHRANNER / THEODOR NICOLAI / HEINRICH WEBER / ALBERT GASSNER / NIKOLAUS HILLEBRAND

Erscheinung Lukrezias, Palestrinas verstorbener Frau — RENATE FREYER

Erscheinungen neun verstorbener Meister der Tonkunst — JOHN VAN KESTEREN / FRIEDRICH LENZ / ADALBERT KRAUS / GERD NIENSTEDT / THEODOR NICOLAI / FRANZ MAZURA / PETER MEVEN / VICTOR VON HALEM / KARL RIDDERBUSCH

Drei Engelsstimmen — IRMGARD LAMPART / KKARIN HAUTERMANN / ERIKA RÜGGEBERG


CHOR DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS

TÖLZER KNABENCHOR

SYMPHONIE-ORCHESTER DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS

Dirigent — RAFAEL KUBELIK




Label: DEUTSCHE GRAMMOPHON.

3 CDs; stereo; ADD; Aufnahmejahr: 1973; Spieldauer: 73:49/ 71:39 / 60:15.

In Jewel-Case mit 100seitigem Booklet, darin unter anderem der vollständige Abdruck des Librettos (deutsch / englisch).

Sehr guter Zustand: CDs einwandfrei wie neu.




ZUM WERK


„Palestrina“ wird vielfach für Pfitzners bedeutendste Schöpfung gehalten. In seinem erfolgreichsten Bühnenwerk thematisierte Pfitzner, der das Libretto selbst schrieb, den Gegensatz von Künstler und Welt. Hierbei griff er auf die historisch falsche Überlieferung zurück, der Komponist Giovanni Pierluigi Palestrinas habe die auf dem Konzil von Trient geforderte Abschaffung oder zumindest strikte Beschränkung der Kirchenmusik in der katholischen Liturgie durch die Vorlage einer Musterkomposition, der „Missa Papae Marcelli“, gerade noch verhindern können.


Zunächst ist hier die außergewöhnliche Qualität des vom Komponisten selbst verfaßten Textbuchs erwähnenswert. Pfitzner ist es gelungen, einem ideellen, ja beinahe philosophischen Thema überzeugende Bühnenwirksamkeit zu verleihen. Die Handlung kommt dabei ohne jegliche erotische Zutaten aus, die handelnden Personen sind ausschließlich Männer. Die dichterische Sprache ist weitgehend frei von den typischen opernhaften Plattheiten und Schwülstigkeiten. Pfitzners Musiksprache ist deutlich von Richard Wagner beeinflußt, sie bedient sich einer weitgreifenden und kunstvoll beherrschten Leitmotivtechnik. Die Harmonik ist in der Hauptsache diatonisch mit modalen Zügen, ihre Eigenständigkeit und Kühnheit liegt also nicht im Ausloten von chromatischen, sondern in immer wieder zu hörenden Quart- und Quintverbindungen. Insgesamt beschwört sie eine archaisierende Stimmung herauf, der sich der Zuhörer schon nach den ersten Klängen des Vorspiels nur schwer entziehen kann. Hinzu kommt die prägnante melodische Kraft verschiedener Motive. Musikalisch und textlich lebt die Oper von Gegensätzen auf verschiedenen Ebenen. So sorgt zum Beispiel im 2. Akt der Kontrast zwischen der durchaus eindrucksvoll geschilderten äußeren Pracht und Würde der katholischen Kirche und der Eigensucht, Eitelkeit, Dummheit und moralischen Verkommenheit zumindest eines Teils ihrer Amtsträger für besondere Spannung. Ebenso wird mit der Figur des Schülers Silla ein archetypischer Generationenkonflikt thematisiert, der – wie vieles andere auch – an den Konflikt Hans Sachs und Walther von Stolzing in Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ erinnert.




HANDLUNG


Rom und Trient, Ende 1563.


ERSTER AKT

Rom, im Wohnhaus des Komponisten Palestrina im Jahre 1563, kurz vor Abschluß des Trienter Konzils. Im Arbeitszimmer Palestrinas spielt dessen Schüler Silla ein Stück auf der Geige, das er selber komponiert hat, und singt dazu. Er erklärt dem dazukommenden Ighino, dem jungen Sohn Palestrinas, wie sehr ihn ein neuer, in Florenz aufgekommener Musikstil begeistere. Währenddessen treten Palestrina und der Kardinal Borromeo, der vom Trienter Konzil kommt, ins Zimmer. Borromeo kritisiert die neuen Töne Sillas und wundert sich, daß Palestrina da toleranter ist: „Das ist die neue Zeit, die in ihm gärt“, beschwichtigt dieser die neuen künstlerischen Ideen Sillas und gibt zu bedenken, „ob jetzt die Welt nicht ungeahnte Wege geht, und was uns ewig schien, nicht wie im Wind verweht?“ Borromeo, der nichts von den neumodischen, weltlichen Klängen hält und die profanen Texte und üppigen Liedmotive als Irrungen bezeichnet, möchte den altbewährten polyphonen Musikstil wiederbeleben und bittet Palestrina, in diesem Sinne eine neue Messe zu schreiben. Palestrina lehnt das Ersuchen des Kardinals um eine neue Mustermesse ab, da er sich seit dem Tod seiner Frau am Ende seiner Schaffenskraft sieht. Borromeo kann ihn nicht umstimmen und verläßt den Komponisten im Zorn. Dieser bleibt von Traurigkeit überwältigt allein im Zimmer zurück. Plötzlich hat er eine Vision: Die großen Meister der Vergangenheit erscheinen ihm und fordern ihn auf, mit der Komposition der Messe sein Lebenswerk zu vollenden und zu krönen. Schließlich gipfelt die Szene im stummen Auftritt von Palestrinas verstorbener Frau Lucrezia und einem Chor von Engeln, die dem Komponisten ein neues Werk in die Feder diktieren. Nach vollbrachter Arbeit schläft Palestrina erschöpft ein. Am nächsten Morgen sammeln Silla und Ighino die auf dem Tisch und dem Boden verstreuten Notenblätter der im Laufe einer Nacht geschriebenen Messe auf.


ZWEITER AKT

Trient, Halle im Palast des Fürstbischofs Madruscht. Im Palast des Fürstbischofs Madruscht zu Trient bereiten die Kardinäle Novagerio und Borromeo die nächste Sitzung des Konzils vor. Es geht um politisch opportune Zugeständnisse des Papstes an den deutschen Kaiser Ferdinand, der unter anderem die Rettung der Kirchenmusik wünscht. Borromeo berichtet von seinem Mißerfolg bei Palestrina, Novagerio erklärt, die Komposition der Messe müsse notfalls mit der Anwendung von Gewalt gegenüber dem Musiker erzwungen werden. Nachdem Kardinal Morone feierlich die Konzilssitzung eröffnet hat, kommt es zu turbulenten Wortgefechten. Man kann sich weder über die Zukunft der Kirchenmusik noch über die Sprache der Messe (ob Latein oder Landessprache) einigen. Persönliche Eitelkeiten, sinnlose Einwürfe, die Frage nach Diäten – alle möglichen grotesken und abstoßenden Begleiterscheinung einer solchen Versammlung treten deutlich zutage. Der Tumult wird immer größer, so daß die Sitzung schließlich unterbrochen werden muß. Abschließend geraten die Diener einiger Kirchenfürsten in handgreiflichen Streit. Der Hausherr Madruscht läßt auf sie schießen und befiehlt, die Überlebenden zur Folter zu schleppen.


DRITTER AKT

Rom, im Hause Palestrinas. Palestrina sitzt im Schein der untergehenden Abendsonne zu Hause in seinem Lehnstuhl. Der Komponist macht einen deutlich mitgenommenen und noch weiter gealterten Eindruck, denn er war zwischenzeitlich verhaftet und eingekerkert worden. Erst nachdem sein Sohn Ighino den Kirchenschergen die Partitur seines neuen Werkes ausgeliefert hatte, war er wieder freigekommen. Jetzt warten beide zusammen mit einigen Sängern aus Palestrinas Chor auf den Erfolg der soeben aufgeführten Messe. Der Komponist wirkt dabei im Gegensatz zu den anderen agierenden Personen völlig geistesabwesend, die zurückliegenden und gegenwärtigen Vorgänge sind ihm kaum bewußt. Plötzlich erschallen auf der Straße immer näher kommende Hochrufe: „Evviva Palestrina!“ Sänger der päpstlichen Kapelle drängen ins Haus und verkünden den großen Erfolg von Palestrinas neuer Komposition. Auf dem Höhepunkt der allgemeinen Begeisterung erscheint der Papst, um Palestrina persönlich zu gratulieren und ihm zum lebenslangen Leiter der Kirchenmusik in der Sixtina und zum „Fürsten der Musik“ zu ernennen. Nachdem sich Pius IV. zusammen mit der jubelnden Menge wieder entfernt hat, tritt der Kardinal Borromeo auf Palestrina zu. Er fällt dem Musiker zu Füßen, bittet ihn um Verzeihung und reißt sich endlich mit abgewandtem Gesicht aus seinen Armen. Ighino bleibt mit Palestrina allein zurück. Vor Freude überwältigt, wundert er sich, daß sein Vater selbst so wenig Euphorie zeigt. Schließlich läuft er auf die Straße, um seiner jugendlichen Begeisterung Ausdruck verleihen zu können, während sich Palestrina, nachdem er eine Weile gedankenversunken vor dem Bild seiner Frau gestanden hat, in der Improvisation einiger Töne auf seiner kleinen Hausorgel verliert. Mit einem kaum noch hörbaren Orgelpianissimo klingt die Oper aus.




price rating