Anna Netrebko & Rolando Villazon / Duets ** Clearaudio
    56
  $   65

 


€ 56 Sold For
Aug 27, 2012 Sold Date
Mar 7, 2011 Start Date
1 Number Of Bids
  Germany Country Of Seller
eBay Sold at
 
save auction  

Description

LIEBE IN DUETTEN Was wäre die Oper ohne die Duette von Sopran und Tenor? Ob das Duett kämpferisch oder tränenreich ist, überschäumende Freude oder unverhohlene Sexualität ausdrückt, stets ist es das Miteinander von zwei hohen Stimmen, das der Oper ihre emotionale Intensität gibt. Mit den Worten von Rolando Villazón: »Wenn die Oper zwei junge Liebende zeigt, die bereit sind, füreinander zu sterben, dann muss das Publikum ihre Leidenschaft spüren.« Es hilft, wenn zum stimmlichen Glanz ein entsprechendes Äußeres kommt. Die russische Sopranistin Anna Netrebko und der mexikanische Tenor Rolando Villazón sind da eine Idealbesetzung. Anthony Tommasini nannte Netrebko in der New York Times »hinreißend« und Villazón »schneidig«, während Alex Ross im New Yorker feststellte, es seien »zwei Sänger mit dem gewissen Flair von Filmstars«. Und Martin Bernheimer erhob sie in Opera schlicht zum »Traumpaar« der Oper. Zu eben jenem Traumpaar wurden Netrebko und Villazón, als sie bei den Salzburger Festspielen 2005 in Verdis La Traviata sangen (ihre Interpretationen sind bei Deutsche Grammophon auf CD und DVD dokumentiert). Seither haben sie die internationalen Bühnen erobert: in Gounods Roméo et Juliette in Los Angeles, Verdis Rigoletto in der New Yorker Metropolitan Opera (Dirigent war Plácido Domingo, der wohl einiges von stimmlichem Raffinement versteht) und Massenets Manon in Los Angeles (wiederum mit Domingo am Pult). In Manon führte »die Chemie« zwischen Netrebko und Villazón gar zum »Funkenschlag«, wie die Berliner Morgenpost schrieb. Heilige gegen profane Liebe Jeder, der die beiden im Konzert erlebt hat, weiß, dass sie weder Bühnenbild noch Inszenierung brauchen, damit die Funken sprühen. Selbst auf dem kahlen Podium – ohne Kostüme oder Dekor, das Orchester voll im Blick der Zuschauer – können Netrebko und Villazón ihre Rollen glaubhaft machen, Figuren, gefangen in dem emotionalen Aufruhr, den die Musik schildert. Die vorliegende Sammlung glutvoller Duette zeigt all ihre Qualitäten als Sänger-Schauspieler, und zwar nirgendwo deutlicher als in einer Schlüsselszene aus Massenets Manon. Im Mittelpunkt der Oper steht die hoffnungslose Liebe zwischen Manon und dem Chevalier des Grieux (mit dieser Rolle gab Villazón 1999 in Genua sein Europadebüt). Zu verschiedenen Zeitpunkten in der Oper sind beide Figuren bereit, ihr Leben der Liebe zu Gott zu widmen, doch die rein menschliche Liebe siegt. In der vorliegenden Szene begegnen sich die beiden vor der Kapelle des Priesterseminars, in der des Grieux, der die heiligen Weihen empfangen möchte, gerade eine Predigt gehalten hat. Zunächst will er Manon fortschicken, doch während das Orchester ihre Gefühlsqualen zum Ausdruck bringt, sinken die Liebenden einander schon bald in die Arme. Ihr Glück wird nicht von Dauer sein, sie werden wegen Betrugs im Spielsalon verhaftet und eingekerkert. Erst am Schluss der Oper sind sie wieder vereint, doch die inzwischen todkranke Manon stirbt in des Grieux’ Armen. Die Oper für junge Liebende Soprane und Tenöre haben es in der Oper selten leicht. In Puccinis La Bohème ist der Tod ständiger Begleiter des zum Scheitern verurteilten Paars, dem nur kurze Augenblicke der Freude vergönnt sind. Nach überwundenen Schwierigkeiten ihrer jungen Liebe scheinen Rodolfo und Mimì endlich ihr Glück zu finden, doch Mimì fällt der Schwindsucht zum Opfer, die sie die ganze Oper hindurch gequält hat. Wir treffen das Paar am Ende des ersten Akts auf dem Dachboden, wo es ein Leben in Armut fristet. Kaum sind die beiden einander begegnet, als Puccini ihnen jeweils eine atemberaubende Arie gibt; in »O soave fanciulla« (»O liebliches Mädchen«) versinken sie dann in der Ekstase erblühender Liebe. Am Ende des Duetts folgen die beiden ihren Freunden ins lebhafte Café Momus. Einen Moment lang ist die Welt in Ordnung. Anna Netrebko stellt fest: »La Bohème ist etwas für junge Leute, die die Geschichte wirklich nachempfinden. Und wir passen genau hinein.« Villazón pflichtet bei: »Anna gestaltet die Figur der Mimì mit besonderer Energie und Einfühlung. Wir haben die Oper zusammen in St. Petersburg am Mariinski-Theater gesungen. Es war mein erster Auftritt in dieser Stadt, meine erste Zusammenarbeit mit Valery Gergiev. Es gab nur eine Probe, dann die Vorstellung. Es war ein großer Erfolg, die Leute reden immer noch davon.« Netrebko kennt das Mariinski-Theater gut. Sie debütierte 1994 an diesem Haus und singt seither regelmäßig dort. Doch auch sie war überrascht von dem Eindruck, den sie und Villazón mit La Bohème machten: »Das Publikum in St. Petersburg liebt Musik, doch normalerweise geraten die Leute nicht aus der Fassung, sie sind eher zurückhaltend. Nach diesem Duett aber gab es nicht enden wollenden Applaus, wie ich ihn noch nie erlebt hatte. Es war fantastisch.« Wahnsinnig vor Liebe In Donizettis Lucia di Lammermoor muss die Heldin einen noch schrecklicheren Tod erleiden. Lucia liebt Edgardo, doch der ist ein Erzfeind der Familie, und Lucias Bruder zwingt sie, einen ungeliebten Mann zu heiraten. In geistiger Verwirrung ermordet sie ihren Gatten. Nach ihrer berühmten Wahnsinnsszene verlässt sie die Bühne, um allein zu sterben. Wir hören das Duett von Lucia und Edgardo aus dem ersten Akt der Oper. Die Liebenden schwören einander ewige Liebe und tauschen Ringe. Melodiefragmente aus dieser Szene kehren später in der Wahnsinnsszene wieder, doch hier, zu Beginn der Oper, scheint für Lucia und Edgardo das Glück noch möglich. Die Flammen exotischer Leidenschaft Lucia di Lammermoor spielt in Schottland, Bizets Oper Les Pêcheurs de perles (»Die Perlenfischer«) entführt uns in noch fernere Gefilde – nach Ceylon (Sri Lanka). Doch der Schauplatz der Handlung ist weniger wichtig als der melodische Einfallsreichtum des Komponisten. Entgegen jeder Konvention ist die berühmteste Nummer des Werks ein Duett für Tenor und Bariton, allerdings vernachlässigte Bizet keineswegs seine Pflicht gegenüber dem Paar Tenor (dem Perlenfischer Nadir)/Sopran (der jungfräulichen Priesterin Leïla). Nadir liebte Leïla schon lange, bevor die Handlung der Oper einsetzt, hatte aber geschworen, um der Freundschaft mit Zurga (seinem Partner im Duett Tenor-Bariton) willen auf diese Liebe zu verzichten. In Opern ist so ein Verzicht meist nicht von Dauer. Nadirs Liebe erwacht aufs Neue, als er Leïla wiedersieht. Wir hören die beiden, wie sie die Flammen ihrer Leidenschaft anfachen; zunächst erreicht uns seine Stimme nur aus der Ferne, doch während er näher kommt, wird Leïla immer erregter. Vergeblich versucht sie zu widerstehen. Das Duett endet in beglücktem Jubel über den »süßen Augenblick« der Erfüllung. Ungewöhnlich ist, dass das Liebespaar am Ende der Oper vereint ist, wenn auch nach großen Gefahren: Kurz vor Schluss ist schon ein Scheiterhaufen errichtet, Nadir und Leïla bereiten sich auf den gemeinsamen Tod vor, doch in letzter Minute werden sie unerwartet durch Zurgas Eingreifen gerettet. Wozu hat man Freunde! Ein sicheres Erfolgsrezept So viel Glück haben Romeo und Julia natürlich nicht. Gounods Roméo et Juliette ist wohl die bekannteste Oper auf der Basis von Shakespeares Tragödie. An der Los Angeles Opera hatte Anna Netrebko bereits als Lucia starken Eindruck gemacht; in einer Neuinszenierung von Roméo et Juliette stand sie 2005 gemeinsam mit Villazón auf dieser Bühne. James C. Taylor schrieb in seiner Rezension für Opera über die Premiere: »Der Abend gehörte dem Gesang und bot Liebende, deren Schicksal unter einem schlechten Stern steht, gespielt von zwei jungen, wunderbar anzusehenden Stars.« Die Los Angeles Times mag das Geheimnis von Roméo et Juliette ergründet haben: »Es waren nicht nur schöne, junge Liebende, sondern glaubwürdige – etwas Seltenes in einer Welt, in der herrliche Stimmen oft den Zweifel vergessen lassen.« Doch geben wir Anna das letzte Wort: »Die Quelle unserer Kraft ist wahre Musik, wahre Darstellung, wahre Leidenschaft.« Das also ist das Erfolgsgeheimnis des Paars. Gildas großer Fehler Verdis Rigoletto ist hier die einzige Oper, in der der führende Tenor die Rolle des Schurken singt: Der Herzog ist ein unverbesserlicher Frauenheld, seine Liebe zieht nur Unheil nach sich. Aber wer könnte schon einem Mann widerstehen, der den Hit dieser Oper präsentiert, »La donna è mobile«? Gilda jedenfalls nicht, und als der Herzog sich in sie verliebt (ohne zu wissen, dass sie die Tochter seines Hofnarren Rigoletto ist), bricht das Verhängnis über die junge Frau herein. Unmittelbar vor dem Duett im ersten Akt erzählt Gilda ihrer Gesellschafterin Giovanna von einem jungen Mann, der in der Kirche ihre Aufmerksamkeit erregt hat. Plötzlich steht dieser junge Mann selbst vor ihr und überhäuft sie mit Liebesbeteuerungen. »Ich bin Gualtier Maldè, ein armer Student«, sagt er und lügt bei - jedem Wort. Gilda ist überwältigt, rauschhaft singen die beiden von Liebe und Treue. Der Herzog wird bald das Interesse verlieren, doch Gilda bleibt treu bis zum Schluss, ein Fehler, den sie mit dem Leben bezahlt. Das Licht erblicken Um ihre Anthologie großer Duette abzurunden, fordern Netrebko und Villazón einander zum sprachlichen Wettstreit: Jeder singt in der Muttersprache des anderen. Netrebko wählte als russisches Werk Jolanthe, Tschaikowskys letzte Oper, die ursprünglich zusammen mit seinem Ballett Der Nussknacker aufgeführt wurde. Die Oper spielt im 15. Jahrhundert in der Provence und erzählt von der Liebe zwischen dem burgundischen Ritter Vaudémont und der provenzalischen Königstochter Jolanthe, die nicht weiß, dass sie blind und damit anders ist als die meisten Menschen. Sie kann das Augenlicht nur wiedergewinnen, wenn sie sich nach dem Licht sehnt, doch dazu muss sie erst einmal erkennen, dass sie blind ist. Vaudémont und Jolanthe sprechen ehrfurchtsvoll über die heiligen Eigenschaften des Lichts, und Jolanthe beginnt zu verstehen, was ihr fehlt. Nach Überwindung verschiedener Prüfungen und Schwierigkeiten dürfen Vaudémont und Jolanthe, die inzwischen wieder sehen kann, endlich heiraten. Begierde unter spanischer Sonne Man sagt zwar häufig, dass nur Muttersprachler richtig Russisch singen können, doch Anna Netrebko erklärt: »Selbst für einen Russen ist dieses Duett schwierig, aber Rolando war einfach fantastisch. Ich bin sehr stolz auf dich, Rolando, auf dein Russisch, deinen Stil und deinen Gesang.« In Erwiderung dieses Kompliments bittet Villazón die Sängerin, mit ihm ein Duett aus Luisa Fernanda des spanischen Komponisten Federico Moreno Torroba zu singen. Das 1932 geschriebene Werk gehört zur Gattung der Zarzuela, einer spanischen Form der Operette mit Gesang, Tanz und gesprochenen Dialogen. Außerhalb Spaniens und Mexikos sind Zarzuelas selten zu hören; aber Villazón, der 1999 den Zarzuela-Preis bei Plácido Domingos Operalia-Wettbewerb gewann, versteht sich entsprechend gut auf den erforderlichen Stil. Dieses Duett aus Luisa Fernanda singen die Titelheldin und ihr Verlobter Javier, der verwundet aus dem Krieg heimgekehrt ist. Während seiner Abwesenheit hatte Luisa einem Grundbesitzer aus der Umgebung ihre Hand versprochen, doch jetzt erkennt sie, dass sie nur Javier lieben kann. Villazón erinnert sich: »Ich hörte Plácido Domingo als Javier in Madrid. Als dieses Duett kam, dachte ich sofort: ›Das ist es!‹ Bei meiner nächsten Begegnung mit Anna sagte ich: ›Wir müssen dieses Duett aufnehmen.‹ Sie antwortete: ›Gut, aber dann musst du mir mit meinem Spanisch helfen.‹ Ich glaube allerdings, dass das gar nicht nötig war.« »Vielleicht war ich eine Spanierin in meinem vorigen Leben«, sagt Anna Netrebko lächelnd. »Ja, und vielleicht war ich ein Russe«, hält Villazón dagegen. Ein wundervoller sprachlicher Cocktail Netrebko und Villazón haben offenbar Spaß an der Gelegenheit, ihre sprachlichen Fähigkeiten zu testen. Villazón stellt fest: »In diesem Programm wollten wir jeweils ein Stück in unserer Muttersprache bringen. Für mich ist das Spanisch, für Anna Russisch. Aber wir singen hier auch Duette auf Französisch und Italienisch. Also haben wir Tequila, Wodka, Grappa und . . . für das Französische natürlich Bordeaux. Voilà!« Und Netrebko ergänzt: »Was für ein wundervoller Cocktail!«
Erstellt durch eBay Turbo Lister
Das kostenlose Einstell-Tool. Stellen Sie Ihre Artikel schnell und bequem ein und verwalten Sie Ihre aktiven Angebote.


price rating